Wie ich als Schüler selbständig wurde und was ich dabei gelernt habe

Hi Leute, mein Name ist Maxim Buz, ich bin in Russland geboren und in Deutschland aufgewachsen.

Ich verdiene seit dem ich 15 bin mein Geld im Internet und möchte meine Erfahrungen als Jungunternehmer hier auf Let’s see what works teilen.

Ich bin mir ziemlich sicher dass hier einige junge Leser dabei sind, die meine Geschichte interessieren wird.

Viel Spaß beim lesen!

Wie alles anfing

Eines vorweg: Ich verdiene mein Geld mit sogenannten „Lyric Videos“. Solche habt ihr sicherlich schon bei Künstlern wie Justin Bieber, Katty Perry und co. gesehen – dies sind animierte Musikvideos zum mitsingen. Doch wie kam ich dazu? Und das auch noch als, damals minderjähriger, Schüler.

Es fing alles mit Sport an. Ich und ein Paar meiner besten Freunde haben damals Freerunning trainiert – eine Trendsportart; manche werdens bestimmt kennen. Schon relativ früh haben wir uns gedacht dass wir unser Gehüpfe aufnehmen und ins Internet stellen könnte.

Ich war also dafür zuständig mit meinem kleinen Sony Ericsson Handy Videos aufzunehmen und zu scheiden (damals gab es noch keine Smartphones und ihr könnt euch den Aufwand vorstellen, den es gemacht hat ein solches Video zu schneiden). Später kamen dann schon modernere Schnittprogramme zum Einsatz und ich stand vor der Aufgabe ein Teamlogo zu
animieren – für unsere YouTube Videos.

So entdeckte ich das Animieren für mich und habe immer neue Animationen erstellt.

Mein erstes Geld

Mit 15 Jahren hat mich dann tatsächlich ein privater Kunde nach Animationen gefragt – er würde mich sogar bezahlen. 50€. Mein erstes selbst verdientes Geld.

Und da wo das herkommt, da gab es sicherlich noch mehr: So bin ich dann eines Tages durch Zufall auf ein Unternehmen namens schlankr.de gestoßen. Diese beauftragten mich dann mit Projekten bei denen ich teilweise bis zu 1000€ verdient habe – eine komplett neue Welt für mich!

Als Schüler Selbständig im internet

So kam es dass ich als Schüler plötzlich mit dem Gesetz konfrontiert wurde.
Ich habe Geld verdient.
Ich habe Geld im Internet verdient.
Ich habe als Schüler Geld im Internet verdient.
Ich war nun Selbständig.
Was gab es nun zu beachten? Wie verläuft die Rechnungsstellung, die Steuererklärung etc.?

Alles Themen, die mir niemand in meinem Bekanntenkreis wirklich beantworten konnte. Also musste ich selbst Hand anlegen. Nach einiger Recherche und Grübelei standen mir nun drei Optionen offen: Entweder ich eröffne ein eigenes Gewerbe, ich melde es auf einen Volljährigen an, oder aber ich mache meine Rechnungsstellung über eine andere Firma.

Ich habe mich schlussendlich für letzteres entschieden, da ich mich nicht dazu in der Lage sah mit 16, neben der Schule und der neuen Tätigkeit als Video Editor, meine eigenen Steuererklärungen etc. vorzunehmen.

So kam ich auf die Lyric Videos

Irgendwann habe ich einfach aus Lust und Laune versucht ein Lyric Video zu animieren. Jeder meiner Freunde fand es mega cool und ich habe mich entschlossen damit Geld zu verdienen. Mein erster Kunde war ein Sänger aus den USA – er hat mich mit gleich 4 Liedern beauftragt. Alles super Referenzen um anderen Kunden zu beweisen, dass man es wirklich kann und ernst meinst.

Ich glaube der Anfang ist der schwierigste Teil – bei jeder Unternehmung. Deswegen rate ich jedem, vor allem Jungunternehmern, zuerst Referenzen zu sammeln; so viele wie möglich. Ohne sie könnt ihr schlichtweg niemanden überzeugen (das ist als jugendlicher Freiberufler/Unternehmer meistens die größte Herausforderung: Überzeugen).

Wenn diese Hürde erstmal überwunden wird, so geschieht der Rest fast schon auf natürliche Art und Weise.

So verlief es zu mindestens bei mir: Ich hatte eine eigene Website und eine Präsenz auf diversen Online Plattformen wie www.freelancer.com und www.fiverr.com. So musste nicht ich auf Kundensuche gehen, sondern die Kunden fanden mich anhand meiner hinterlegten Referenzen von selbst.

Vom Stundensatz zum productized service

Da ich nun keine Unternehmensvideos sondern Musikvideos machte, konnte ich nur sehr schlecht einen Stundensatz
anbieten. Meine Kunden bestanden zum größten Teil aus Indie-Künstlern aus englischsprachigen Ländern – diese
interessiert der im Endeffekt bezahlte Preis viel mehr, als mein Stundensatz.
Somit habe ich einen Festpreis festgelegt. Genauer gesagt habe ich drei Pakete als Productized Service angeboten, unter denen eines ausgewählt
werden kann.

  1. Basic: $200
  2. Best Seller: $400
  3. Ultimate: $2500

 

Teilweise gelang es mir somit meine Tätigkeit in gewisser Weise zu standardisieren, sodass Stundensätze bis zu 100€ und mehr möglich waren.

Und das als SCHÜLER!

Jetzt bin ich volljährig

Vor einigen Monaten bin ich 18 geworden und habe mein Gewerbe angemeldet – ich bin jetzt offiziell als Schüler selbständig und in der Lage alles zutun, was mein Unternehmensgegenstand unmittelbar oder mittelbar zulässt.

Ich versuche jetzt meinen Tätigkeit zu skalieren, womöglich eine kleine Agentur aufzubauen (ich hatte teilweise relativ viele Aufträge und musste einiges an Leute im Ausland abgeben, sodass in manchen Momenten mehrere Leute an mehreren meiner Aufträge gearbeitet haben) und immer mehr neue Kunden zu überzeugen.

Marketing

Zurzeit lege ich meinen Fokus insbesondere auf Instagram Marketing. Neben meiner in Kürze zu erneuernden Unternehmens-Website, die dann durch AdWords und SEO beworben wird, setze ich also vor allem auf Instagram. Wieso? Ich habe herausgefunden, dass die meisten Indie-Künstler vor allem auf Instagram aktiv sind.

Ich poste jeden Tag einen Ausschnitt aus einem Musikvideo, coole Screenshots, Angebote oder kleine Clips, die die Vorteile von Lyric Videos kurz erläutern. So versuche ich eine Community aus Künstlern aus aller Welt zusammenzutrommeln, welche dann gezielt zu einem Lyric Video überzeugt werden sollen.

Einen kleinen Erfolg habe ich damit bereits erzielt: Ein bekanntes Drum and Bass-Duo aus London ist auf meine Videos aufmerksam geworden und hat eines meiner Pakete erworben. Klingt erstmal nicht besonders. Dann habe ich allerdings auf YouTube nach ihnen gesucht und herausgefunden, dass jedes von deren Liedern über eine Millionen Aufrufe hat –> die beste Referenz die ich mir je wünschen könnte.

In Kürze sollte dann also auch mein Lyric Video zum neuen Song von Matrix & Futurebound auf YouTube erscheinen.

Tatsächlich, während ich diesen Beitrag gerade schreibe, ist meine Animationssoftware After Effects im Hintergrund noch offen, und das Video wird gerade verarbeitet.

Takeaways

Natürlich habe ich auf meinem Weg bis hier auch so einiges an Erfahrung in verschiedensten Themenbereichen gesammelt.

Ich bin mir sicher es gibt noch einige junge Gründer mehr, die aus meinen Erfahrungen profitieren können. Wenn du also noch relativ jung, vielleicht sogar noch keine 18 Jahre alt, bist und das hier liest, so merke dir folgende Takeaways:

  1. Du kannst alles selbst lernen. Es gibt nichts was du dir nicht auf irgendeine Weise selbst beibringen kannst – mithilfe des
    Internets ist heutzutage alles möglich
  2. Manche werden mir widersprechen, aber: Konzentriere dich am Anfang eher auf deine Kernidee, nicht auf die Planung
    und das Formelle wie Gewerbeanmeldungen etc.
  3. Bevor du anfängst Geld zu verlangen, sammle eine Basis an Referenzen. Anders kannst du potenzielle Kunden nicht
    von deinem Können/deinem Produkt überzeugen.
  4. Als Schüler selbständig zu sein bedeutet vor allem eins: Wenig Zeit.
    Achte immer darauf, dass du deinen Tag so organisiert wie möglich gestaltest und deine Freunde niemals hängen lässt!

Das waren vorerst die wichtigsten Empfehlungen meinerseits.

Aussicht

Die nächsten Jahre werde ich versuchen immer bekanntere und einflussreichere Künstler von meinem Produkt zu überzeugen, neue Marketing Methoden ausprobieren und versuchen aus meinem One-Man Betrieb eine Agentur aufzubauen. Da es, zumindest in Deutschland, zurzeit nur vereinzelt Konkurrenz gibt versuche mit der Zeit zu den besten Agenturen zu gehören – hoffentlich in den nächsten fünf Jahren.

Wer mich auf meinem Weg dahin begleiten will besucht am besten meinen Blog unter www.digital-capitalist.de.

Dort findet ihr einige Erfahrungen, und Tipps und Tricks insbesondere für Jungunternehmer. Außerdem wäre es sehr cool, wenn ihr mir unter diesem Beitrag ein Kommentar mit der Antwort auf folgende Frage hinterlässt: Würde es euch interessieren monatliche Updates zu meinem Unternehmen, neuen Marketingmethoden und meinem Vorhaben zu bekommen?

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit die ihr mir gerade geschenkt habt und wünsche jedem einzelnen von euch viel
Erfolg mit den eigenen Vorhaben!

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Visual artist - Jungunternehmer bei Buz Videos
Life first! But after that, youngpreneur and crazy mofo.

Gründer von @buzvideos, Visual Artist, Jungunternehmer, 18 Jahre alt.

Lesen, Parkour/Freerunning, Videos schneiden und Digitales Marketing sind meine Hobbies.
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